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07.12.2002 Interview mit Katrin Beilharz: Ich weiß jetzt, dass ich noch mehr trainieren muss
Ummendorf: Die Ummendorfer Radsportlerin Katrin Beilharz hat ihr erstes Wettkampfjahr in der Frauenklasse hinter sich. Trotz ihres württembergischen Meistertitels musste sie erkennen, dass Erfolge in der Frauenklasse noch härter erarbeitet werden müssen als bei den Juniorinnen. Diese Erkenntnis jedenfalls verrät die 19-Jährige im folgenden Interview mit SZ-Redakteur Reiner Schick.
Katrin konnte auch im ersten Jahr bei den Frauen den württembergischen Meistertitel erringen.
Schwäbische Zeitung: Frau Beiharz, wie fällt ihre Bilanz nach dem ersten Jahr bei den Frauen aus?

Beilharz: Die Ergebnisse waren natürlich nicht mehr so gut wie bei den Juniorinnen, und man ist erst mal enttäuscht, wenn man anderes gewohnt ist. Aber ich habe immerhin den württembergischen Meistertitel geholt, der mich auch gefreut hat. Und ich habe einige große Rundfahrten mitgemacht, bei denen ich wichtige Erfahrungen gesammelt habe.

Welches Ereignis haben Sie in bester Erinnerung?

Die Tour de L'Aude. Sie dauert zehn Tage lang, und dass ich die 1000 Kilometer im Feld der ganzen Frauen-Elite komplett gefahren bin, war für mich ein besonderes Erfolgserlebnis. Darauf bin ich auch recht stolz.

Worin liegt der große Unterschied zwischen der Frauenklasse und den Juniorinnen?

Abgesehen davon, dass die Konkurrenz viel größer ist, wird hier viel härter trainiert. Das Tempo ist dadurch höher, der Kraftaufwand ist größer, wenn man an der Spitze mitfahren will. Am Saisonende war ich jedenfalls ziemlich platt, und ich weiß jetzt: ich muss noch mehr trainieren.

Haben Sie die Anforderungen unterschätzt?

Ein bisschen schon. Das ist wie in der Schule: Man merkt oft erst hinterher, dass man mehr hätte machen müssen. Deshalb trainiere ich bereits seit 1. November wieder, und zwar einen größeren Umfang als vorige Saison. Den Winter über muss ich auch deshalb mehr tun, weil ich im Frühjahr mein Abitur mache und daher auf die eine oder andere Rundfahrt oder manches Trainingslager verzichten muss.

Die Schule hat also nach wie vor Vorrang vor dem Sport?

Ganz klar. Momentan zählen für mich zuerst Abitur, Studium und Beruf. Radsport mache ich nebenher.
Weiterhin mit ungebrochener Motivation auf dem Rad: Katrin Beilharz.
Ist der Traum vom Profisport schon ausgeträumt?

Nein - ich möchte nicht ausschließen, dass ich den Sprung noch irgendwann schaffe.

Welche Möglichkeiten gibt es hierfür im Frauen-Radsport

Es gibt nicht nur bei den Männern, sondern auch bei den Frauen Profirennställe. Das Team Nürnberger zum Beispiel konzentriert sich jetzt sogar ausschließlich auf den Frauenbereich. Was da gemacht wird, ist schon ziemlich professionell. Ein Platz in einem solchen Team ist für mich sicher irgendwann ein Ziel. Ein andere, kurzfristigere Möglichkeit wäre die Sportfördergruppe bei der Bundeswehr. Aber das habe ich für mich eingentlich abgehakt. Da hast du eine kurze Grundausbildung, mehr nicht. In der übrigen Zeit wäre der Radsport der Beruf, und entsprechend würde man Ergebnisse von mir erwarten. Das will ich aber nicht, ich möchte mich im Moment nicht zu sehr unter Druck setzen.

Ist ihr Ehrgeiz dennoch ungebrochen?

Natürlich, er ist sogar größer als bisher.
Katrin startet auch im Jahr 2003 für das Team Stuttgart.
Fahren Sie auch in der neuen Saison für das Team Stuttgart? Gab's schon andere Angebote?

Nein, es hat sich nichts geändert. Es stand für mich auch nie in Frage, weiterhin für Stuttgart zu fahren.

Welche konkreten sportlichen Ziele haben Sie in der neuen Saison?

Ehrlich gesagt habe ich mir darüber noch nicht so viele Gedanken gemacht. Ein Ziel, das ich auf jeden Fall erreichen will, ist die Teilnahme an der U23-Europameisterschaft. Andere Ziele muss ich mir erst noch "suchen". Wichtig für mich ist es außerdem, dass ich gute Leistungen für mein Team bringen kann, wenn's auch als "Wasserträgerin" sein sollte. Wobei ich schon darauf hinarbeite, mich auch selbst beweisen zu können, vorerst eben auf Bundesebene.

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