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14.05.2006 Jakob Steigmiller gewinnt die "kleine Friedensfahrt"
Waltershausen(vm): Jakob Steigmiller vom RSC Biberach hat am vergangenen Wochenende die international besetzte "kleine Friedensfahrt" der Jugend in Waltershausen/Thüringen gewonnen. Der Ummendorfer, der für die deutsche Jugendnationalmannschaft startet, gewann nach drei hart umkämpften Etappen die wohl wichtigste Rundfahrt der Nachwuchsfahrer in Deutschland.
Nach Thüringen angereist waren neben dem Team des Bundes deutscher Radfahrer (BDR) auch die Nationalmannschaften der Niederlande, Tschechiens und Polens sowie die Teams der verschiedenen deutschen Landesverbände, um die begehrten Spitzenreitertrikots für den Zeitschnellsten (gelb), den besten Sprinter (grün) und den besten Bergfahrer (rot gepunktet) zu erringen.

So starteten am Freitag zum Prolog über 140 Fahrer auf dem Marktplatz in Waltershausen. Für jedes Führungstrikot wurde ein Ausscheidungsrennen ausgetragen, an dem jeweils zwei Fahrer einer Mannschaft teilnehmen durften. Jakob Steigmiller wurde zum Rennen um das Bergtrikot eingeteilt und errang im 50-köpfigen Feld Platz zwei.

Nur knapp am Bergtrikot vorbeigefahren, nahm Steigmiller am Samstagmorgen im deutschen Nationaltrikot die erste Etappe in Angriff. Auf dem Programm stand ein Bergzeitfahren über fünf Kilometer mit 131 Höhenmetern und einer Maximalsteigung von 10 Prozent. Wieder einmal stellte der Ummendorfer seine Qualitäten im Zeitfahren unter Beweis und überquerte nach 9,08 Minuten mit Bestzeit die Ziellinie. Dadurch übernahm er mit drei Sekunden Vorsprung das gelbe Trikot des Spitzenreiters. Bemerkenswert war auch die bergauf gefahrene Durchschnittsgeschwindigkeit von 33 km/h.
Der Regen vom Morgen war am späten Nachmittag beim Start der zweiten Etappe fast vergessen. "Rund um Weingarten" hatten die Veranstalter den 7,6 km langen, bergigen Rundkurs getauft. Zu absolvieren waren acht Runden, in denen sich das sechsköpfige deutsche Team auf die Verteidigung des gelben Trikots konzentrierte. Dass diese Konzentration notwendig war, zeigten die vielen Attacken der im Gesamtklassement aussichtsreich platzierten Konkurrenten. Immer mehr Fahrer mussten an dem durch das Kopfsteinpflaster schwer zu fahrenden steilen Anstieg und der bis zu 95 km/h schnellen Abfahrt abreißen lassen. Am Schluss bestand das Feld noch aus rund 60 Mann. Die letzte schwere Attacke konterte Steigmiller selbst und kam zeitgleich mit dem Sieger als Achter ins Ziel. Das gelbe Trikot hatte er damit vorerst gerettet. Der knappe Vorsprung von drei Sekunden sorgte aber weiter für Spannung.

Die 60 km lange Schlussetappe am Sonntag war die letzte Chance der Konkurrenz, das gelbe Trikot zu übernehmen. Jakob Steigmiller, der sich über Nacht gut erholt hatte, und das BDR-Team mussten eine Gegenstrategie entwickeln. Und die Strategie bestand aus Angriff. So war Steigmiller zwischenzeitlich in einer dreiköpfigen Spitzengruppe vertreten und zwang die Konkurrenz zur Verfolgung. Das hohe Durchschnittstempo von 40 km/h wurde auch durch den in der zweiten Hälfte des Rennens einsetzenden Regen nicht gebremst. Am Schluss kam es zu einer Sprintentscheidung in der Steigmiller Rang zwei und sechs Sekunden Zeitgutschrift ersprintete. Damit hatte er insgesamt acht Sekunden Vorsprung und die Rundfahrt gewonnen. In der Gesamtwertung waren noch 95 Fahrer platziert.
Steigmiller übernimmt die Führung in der BDR Rangliste
Durch den Gesamtsieg führt Jakob Steigmiller nun auch die deutsche Rangliste an. Er ist dadurch momentan der beste U-17-Nachwuchsfahrer in Deutschland. Man darf auf die süddeutschen Meisterschaften in 14 Tagen gespannt sein.

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