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25.07.2006 Leistung von Landis ruft Misstrauen hervor
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Biberach(aw): Am Sonntag ist die Tour de France 2006 zu Ende gegangen — mit Floyd Landis als Sieger, aber ohne Jan Ullrich und andere Favoriten, die offenbar über Jahre hinweg gedopt haben. Im Gespräch mit SZ-Redakteur Andreas Wagner äußerten sich zwei junge Fahrer, ein Verantwortlicher und Trainer des RSC Biberach zur Tour 2006, zu den dopingverdächtigten Sportlern und zu möglichen Folgen für die Nachwuchsarbeit in den Radsportvereinen.
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| Dietmar Schmid, Vorsitzender des RSC Biberach, über ... |
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| Dietmar Schmid ist nicht nur RSC Vorsitzender sondern auch seit vielen Jahren Kamprichter im württembergischen Radsportverband. |
... die Tour de France 2006: Insgesamt ist es traurig, wie alles verlaufen ist — wobei es mich gewundert hat, dass die Doping-Sache so kurz vor der Tour hochkam und Fahrer wie Ullrich am Tag vor dem Start ausgeschlossen wurden. Beim Rennen selbst war für mich die Leistung von Landis schwer nachvollziehbar: Erst bricht er völlig ein, dann hängt er am nächsten Tag alle ab. Wobei wir aufpassen müssen, dass wir nicht jeden gleich verdächtigen, der mal eine gute Leistung zeigt.
... die dopingverdächtigten Profis um Jan Ullrich: Wir dürfen nicht meinen, die einen tragen Schuld und die anderen nicht. Es wurden ja nur die erwischt, die bei Doktor Fuentes in Spanien waren. Ich glaube aber nicht, dass es nur diesen einen Arzt gibt.
... mögliche Auswirkungen der Dopingaffäre auf die Nachwuchsarbeit im Radsport: Ich hoffe nicht, dass es sich auswirkt. Es geht im Prinzip um Sponsorengelder, und das trifft eher die Profis. Ich könnte mir schon vorstellen, dass Geldgeber, die bisher 50 000 oder 100 000 Euro gezahlt haben, um einen bekannten Profi wie Ullrich für ein Einladungsrennen zu gewinnen, künftig einen Rückzieher machen. Vielleicht investieren die Firmen das Geld ja in den Nachwuchs, zumindest zum Teil.
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| Jakob Steigmiller, Nachwuchsfahrer des RSC Biberach, über ... |
... die Tour 2006: Der Dopingskandal am Anfang warf natürlich einen Schatten auf das Rennen. Ich glaube aber, dass Doping weiter verbreitet ist unter den Profis und noch andere betroffen sind. Ansonsten war die Tour nach langer Zeit mal wieder sehr spannend, weil gleich mehrere Favoriten ausfielen. Die Leistung von Landis fand? ich ein wenig seltsam: An einem Tag bricht er ein, und schon am nächsten hängt er alle ab. ... die dopingverdächtigten Profis um Jan Ullrich: Ich denke, dass Ullrich gedopt hat. Er hätte das Gegenteil ja beweisen können, indem er sich einem DNA-Test unterzieht. Wäre er unschuldig, wäre er auch sofort an die Öffentlichkeit gegangen und hätte nicht so zurückhaltend reagiert. Wenn man sich so lange auf ein Rennen vorbereitet, lässt man doch aufgrund von Gerüchten nicht alles sausen. Seine Karriere ist wohl zu Ende. Er dürfte eine zweijährige Sperre bekommen. ... mögliche Auswirkungen der Dopingaffäre auf die Nachwuchsarbeit im Radsport: Die öffentliche Meinung über den Radsport ist jetzt natürlich nicht gut. Im Nachwuchs ist aber von Doping keine Rede, niemand dopt. Ein junger Fahrer kann viel erreichen mit Talent und einem guten Trainingsaufbau. Außerdem sind in der Jugend die Strecken bei weitem nicht so lang, die Anforderungen nicht so hoch.
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| Bernhard Lingenhöle, Trainer des RSC Biberach, über ... |
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| Bernhard Lingenhöle im Interview mit Kai Völker bei der Sport1-Gala. |
... die Tour 2006: Mein Interesse an der Tour ist stark zurückgegangen. Ich hatte mich vorher sehr gefreut auf Jan Ullrich, umso mehr hat mich der Ausschluss getroffen. Deshalb habe ich bei den Fernsehübertragungen nur sporadisch reingeschaut.
... die dopingverdächtigten Profis um Jan Ullrich: Ich war geschockt. Und verstehe nicht, dass die Profis noch immer nicht zur Einsicht gekommen sind; es war ja schon in der Vergangenheit einiges vorgefallen. Die Fahrer müssten sich vor Augen halten, dass sie mit dem Radsport ihr Geld verdienen. Mit solchen Skandalen riskiert man, dass sich Sponsoren zurückziehen und man weniger verdient. Letztlich zerstören die Profis mit Doping ihren Sport. Was Jan Ullrich angeht, muss ich sagen, dass auf ihm natürlich immer eine besonders hohe Last lag. Jeder erwartete von ihm den Spitzenplatz, als Zweiter hatte er in der Öffentlichkeit doch schon verloren.
... mögliche Auswirkungen der Dopingaffäre auf die Nachwuchsarbeit im Radsport: Ich denke, es wird sich relativ wenig auswirken. Beim Nachwuchs ist Doping kein Thema. Und bis zu den Profis ist es ein so weiter Weg, dass man keinen Gedanken daran verschwendet.
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| Raphael Ott, Nachwuchsfahrer des RSC Biberach, über ... |
... die Tour 2006: Die Tour war spannend, aber ein paar komische Sachen gab es schon. Landis zum Beispiel, wie er nach seinem Sieg auf der schweren Alpenetappe vom Rad stieg, das Rad einem Betreuer übergab und weiterlief, als könnte er noch viele Kilometer zurücklegen. Das ist ungewöhnlich, nach so einer Leistung ist man doch erst mal erschöpft. Und das nur einen Tag, nachdem Landis eingebrochen war. Wenn man an einem Tag so richtig fertig ist, kann es einem nicht tags drauf schon wieder so gut gehen. ... die dopingverdächtigten Profis um Jan Ullrich: Mein Trainer hat erzählt, dass auf einer Liste 250 Namen von dopingverdächtigten Sportler stehen, davon sind 55 Radprofis, sonst Schwimmer, Triathleten, Leichtathleten und andere. Aber man zielte zuerst auf die Radsportler, vielleicht, weil es so kurz vor der Tour war. Mal sehen, was noch alles herauskommt. Ullrich wird wohl nicht wieder zurückkommen, ich denke, für ihn ist es aus. ... mögliche Auswirkungen der Dopingaffäre auf die Nachwuchsarbeit im Radsport: Wenn rauskäme, dass Nachwuchsfahrer oder ihre Trainer mit Doping zu tun hätten, bräuchten die sich bei Rennen nicht mehr blicken zu lassen. Gerade in jungen Jahren würde man sich als Sportler auch den Körper ruinieren.
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