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19.08.2006 Jakob Steigmiller bei der Bahn-DM erfolgreich
Cottbus(vm): Während sich die Schülermannschaft des RSC Biberach auf die baden-württembergische Bahnmeisterschaften vorbereitete, reiste Jakob Steigmiller mit dem Landesverband nach Cottbus um bei den deutschen Bahnmeisterschaften ein Wörtchen bei der Medaillenvergabe mitzureden. Der Vizetitel in der Mannschaftsverfolgung und der am grünen Tisch aberkannte Meistertitel im Punktefahren sorgten für eine Berg- und Talfahrt der Gefühle.
Keine Medaillienchance für Steigmiller in der Verfolgung
Bei der BaWü Bahn 2006 in Singen.
Begonnen hatten die deutschen Meisterschaften für Steigmiller auf der überdachten Radrennbahn im brandenburgischen Cottbus am vergangenen Mittwoch. Der württembergische Landesverband hatte den RSC Fahrer für die Einzelverfolgung, die Mannschaftsverfolgung und das Punktefahren gemeldet. Im ersten Wettbewerb, der Einzelverfolgung über 2000 Meter, rechnete sich das Ummendorfer Nachwuchstalent keine Chancen auf eine Medaille aus. "Ich bin schon die ganze Saison auf dem zweiten Kilometer zu langsam gefahren" so Steigmiller, der dann mit Platz 31 und acht Sekunden Rückstand auf die Bestzeit die persönliche Einschätzung bestätigte und mit der Medaillenvergabe nichts zu tun hatte.
Jakob Steigmiller holt Silber mit dem württembergischen Vierer
Beim Anfahren des württembergischen Vierers bei der BaWü Bahn 2006 in Singen.
Ein völlig anderes Bild zeichnete sich am Donnerstag bei der Qualifikation in der 3000 Meter Mannschaftsverfolgung ab. "Wir haben uns gemeinsam mit dem Landestrainer gründlich auf diese Meisterschaft vorbereitet und an der Fahrtechnik gearbeitet" erklärt der deutsche Mannschaftsverfolgungsmeister des letzten Jahres und berichtete von den wochenlangen Bahnlehrgängen in denen die Verschmelzung von vier Einzelfahrern zu der Einheit eines Bahn-Vierers vonstatten geht.

Wie gründlich die Vorbereitungen waren zeigte sich in der Qualifikation. Obwohl nach 2000 Meter der vierte Mann abreißen lassen musste, gewannen die Württemberger in der Besetzung Jakob Steigmiller, Moritz Pfeiffer (Öschelbronn), Fabian Schnaidt (Wendelsheim) und Christian Dressler (Wilhelmsdorf) die Qualifikation mit einer halben Sekunde Vorsprung auf den Vierer aus Thüringen. Die Zeit von 3,29.255 min entspricht der enorm hohen Durchschnittsgeschwindigkeit von 51,6 km/h.

So traten die Württemberger nachmittags als favorisierte Mannschaft im Finale gegen Thüringen an. Nach drei Runden passierte dann das Missgeschick — der vierte Mann musste zu früh abreißen lassen und der württembergische Vierer wurde für die restlichen sechs Runden zu einem Dreier. Dass ein Dreier nicht so schnell fährt wie ein Vierer wurde an der gefahrenen Zeit von 3,33.762 min offensichtlich. Die Mannschaft aus Thüringen bestätigte die Zeit aus der Qualifikation und gewann verdient den Meistertitel — aber auch das württembergische Team konnte sich über die Silbermedaille freuen.
Der deutsche Meistertitel im Punktefahren am grünen Tisch aberkannt
Jakob ist einer der besten Punktefahrer der Jugendklasse in Deutschland.
Als letzter Wettbewerb stand für Jakob Steigmiller am Samstag das Punktefahren auf dem Programm. Aufgrund der vielen Teilnehmer mussten drei Vorläufe ausgetragen werden, bei denen jeweils die besten acht Fahrer sich die Finalteilnahme sicherten. Der Ummendorfer Punktefahrer bestritt einen soliden Vorlauf und zog durch Platz vier ins Finale ein.

Das Finale wurde über 60 Runden und 20 km ausgetragen und war mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von über 43 km/h hart umkämpft. Steigmiller war für dieses Tempo mit verantwortlich, indem er über 10 Runden dem Feld auf und davon fuhr und sich so wertvolle Punkte sicherte. Vor der letzten Wertung lag er gemeinsam mit zwei anderen Fahrern mit jeweils 10 Punkten an der Spitze. In der Schlusswertung belegte er Platz zwei und konnte weitere drei Punkte auf seinem Punktekonto verbuchen.

Somit hatte er als einziger Fahrer 13 Punkte und wäre deutscher Meister im Punktefahren gewesen. Aufgrund eines vermeintlichen Regelverstoßes wurden ihm aber die Punkte der letzten Wertung aberkannt und ein Cottbuser Fahrer wurde zum deutschen Meister ausgerufen. Steigmiller landete auf Platz fünf. Ohne jedes Verständnis verfolgten die Fachleute diesen Vorgang — für sie war kein Regelverstoß zu erkennen. Der württembergische Landesverband hat nun Protest beim Bund deutscher Radfahrer eingelegt. Bis zur endgültigen Entscheidung durch das Schiedsgericht ist das Ergebnis des Wettbewerbs als vorläufig anzusehen. Wir hoffen dass Jakob Steigmiller Gerechtigkeit widerfährt und er als deutscher Meister im Punktefahren die restlichen Rennen der Saison bestreiten darf.

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