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| Dietmar Schmid ist Vorsitzender des RSC Biberach 1962 e.V. |
SZ: Wie oft sind Sie in den vergangenen Wochen auf das Thema Doping im Radsport angesprochen worden?
Schmid: Sehr wenig. Bei uns im Geschäft wird es ab und zu diskutiert, aber direkt darauf angesprochen worden bin ich nicht.
Was denkt der Vorsitzende eines Radsportvereins, wenn er täglich die Zeitung aufschlägt und vom Doping liest?
Ich hoffe, dass es von uns fern bleibt und sich auf den Profibereich beschränkt.
Die Nachricht, dass der Amateurradsport zumindest in der Spitze ebenfalls betroffen ist, dürfte Ihnen nicht gefallen haben ...
Nein, das hat mir auch nicht gefallen, gerade die Sache mit Peter Weibel (der Bundestrainer wird beschuldigt, deutsche Amateurradsportler in den 80er- und 90er-Jahren mit Dopingmitteln versorgt zu haben; Anm. d. Red.). Aber die Entfernung von dort zu uns ist sehr groß. Außerdem wird bei nationalen Meisterschaften nicht mehr zwischen Profis und Amateuren unterschieden. Dafür gibt es inzwischen Meisterschaften für die U 23, wobei deren Spitzenfahrer auch Profis sind.
Fürchten Sie durch die negativen Schlagzeilen keine Folgen für die Nachwuchsarbeit in den Radsportvereinen?
Momentan mache ich mir keine Sorgen. Unsere Sponsoren geben uns weiter Geld, und das erfolgsunabhängig. Vertrauen ist da weiter vorhanden.
Müssen sich die Verantwortlichen in den Vereinen mit Nachwuchsarbeit nicht stets vor Augen halten, dass Doping gesundheitliche Risiken birgt?
Klar. Aber bei uns ist es so, dass wir nicht unter Erfolgsdruck stehen. Wir leben nicht davon, eher muss jeder noch was mitbringen. Keiner könnte Doping verantworten, deshalb läuft auch nichts.
Wie groß ist noch Ihr Interesse am Profiradsport? Schauen Sie hin, wenn wie in diesen Tagen der Giro läuft oder im Juli die Tour de France?
Den Giro verfolge ich eh nicht. Und wenn die Fernsehsender die Tour nicht übertragen würden, würde mich das auch nicht treffen. Die Ergebnisse werde ich verfolgen, aber stundenlang vor dem Fernseher sitzen, das wird wahrscheinlich nicht mehr passieren.
Sie waren in früheren Jahren selbst einmal Fahrer. Haben Sie immer die Finger gelassen von verbotenen leistungsfördernden Mitteln?
In meiner Trinkflasche war immer nur der Johannisbeersaft von meiner Mutter.
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