Eine Hiobsbotschaft erhielt Florian Scheit bei der technischen Abnahme der Rennräder vor dem Start: Der für die aerodynamische Haltung so wichtige Zeitfahraufsatz an seinem Rad war zu lang, und die Versuche, Ersatz zu besorgen, scheiterten. So musste der Biberacher als einziger Teilnehmer im Feld den Nachteil in Kauf nehmen und mit dem normalen Lenker das Zeitfahren bestreiten. "Bei über Tempo 50 fährt man in der Führung gegen eine Wand", erklärte Scheit nach dem Rennen — er versuchte den Nachteil durch eine bewusst flache Haltung auf dem Rad zu kompensieren. Der höhere Luftwiderstand hinterließ aber seine Spuren, und Scheit musste ein paar Führungen auslassen.
Das Tempo war in dem 40 Kilometer langen Rennen schon zu Beginn hoch. Bis zum Wendepunkt ? auf der zweimal zu bewältigenden Runde ? herrschte Rückenwind. "Mein Tacho zeigte auf den ersten 10 Kilometern deutlich über Tempo 50 an", so der
junge Biberacher Verbandsfahrer. Die erste Zwischenzeit wurde nach 20 km genommen — Cebion II lag mit einer Zeit von 26:35,15 Minuten (45,7 km/h) auf Platz vier. Wie gleichwertig die beiden württembergischen Mannschaften waren, wurde durch den Zeitabstand offensichtlich: Nur 0,5 Sekunden betrug der Rückstand auf Cebion I — dort sorgten mit Simon Nuber und Michael Schweizer von der Radunion Wangen ebenfalls zwei Oberschwaben für das Tempo.
An der Brücke — 1,5 Kilometer vor dem Ziel — forcierte Florian Scheit in der Führung nochmals und gab seinen Kameraden so den Schwung für die leichte Erhebung. Danach musste er völlig erschöpft abreißen lassen. Im Ziel erreichten sie eine Zeit von 53:07,11 Minuten (45,2 km/h) und hatten sich mit 0,7 Sekunden Vorsprung vor Cebion I (53:07,87) auf den dritten Platz geschoben. Auf die siegreiche Mannschaft aus Bayern betrug der Rückstand 25 Sekunden.
"Mit dem Zeitfahraufsatz hätte Florian sicherlich noch ein paar Führungen mehr fahren können und vielleicht hätten wir eine Chance auf Silber gehabt", sagt Bruno Hänle, der von Scheits kämpferischer Leistung beeindruckt war und die Fahrer während des Rennens über das Megaphon anfeuerte. Doch auch über die Bronzemedaille waren bei der Siegerehrung Trainer und Fahrer überglücklich.