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09.09.2007 Florian Scheit holt DM-Bronze im Vierer-Mannschaftsfahren
GENTHIN (vm) - Der Biberacher Radrennsportler Florian Scheit ist von den deutschen Meisterschaften im Vierer-Mannschaftsfahren in Genthin mit einer Medaille zurückgekehrt: Der Jugendfahrer des RSC Biberach schlug sich gemeinsam mit seinen württembergischen Mannschaftskollegen prächtig und errang Bronze.
Florian Scheit beim Kritierum in Donaueschingen 2007.
Zwei Vierer-Mannschaften hatte der Württembergische Radsportverband (WRSV) zu den Titelkämpfen ins brandenburgische Genthin geschickt. Florian Scheit bildete zusammen mit Marius Jessenberger (Ulm), Christopher Muche und Tim Schlichenmaier (beide Stuttgart) das Team Cebion II. "Die beiden Mannschaften sind ähnlich stark", urteilte der Landestrainer Bruno Hänle im Vorfeld und sprach über die momentan hohe Leistungsdichte bei den württembergischen Jugendfahrern.

Traditionell wird in Genthin auf einem zehn Kilometer langen und — bis auf den Wendepunkt und ein paar leichte Kurven in Genthin — kerzengeraden Abschnitt der Bundesstraße 1 gefahren. Die höchste Erhebung ist eine Brücke am Ortsausgang. Neben den Württembergern waren weitere 15 Landesverbandsmannschaften am Start. Der einzige Unterschied zum Mannschaftszeitfahren bei der Tour de France besteht in der Limitierung auf vier Fahrer. Die Zeit wird am dritten Fahrer gemessen.
Hiobsbotschaft vor dem Start
Überglückich mit Schleife und Medaille.
Eine Hiobsbotschaft erhielt Florian Scheit bei der technischen Abnahme der Rennräder vor dem Start: Der für die aerodynamische Haltung so wichtige Zeitfahraufsatz an seinem Rad war zu lang, und die Versuche, Ersatz zu besorgen, scheiterten. So musste der Biberacher als einziger Teilnehmer im Feld den Nachteil in Kauf nehmen und mit dem normalen Lenker das Zeitfahren bestreiten. "Bei über Tempo 50 fährt man in der Führung gegen eine Wand", erklärte Scheit nach dem Rennen — er versuchte den Nachteil durch eine bewusst flache Haltung auf dem Rad zu kompensieren. Der höhere Luftwiderstand hinterließ aber seine Spuren, und Scheit musste ein paar Führungen auslassen.

Das Tempo war in dem 40 Kilometer langen Rennen schon zu Beginn hoch. Bis zum Wendepunkt ? auf der zweimal zu bewältigenden Runde ? herrschte Rückenwind. "Mein Tacho zeigte auf den ersten 10 Kilometern deutlich über Tempo 50 an", so der junge Biberacher Verbandsfahrer. Die erste Zwischenzeit wurde nach 20 km genommen — Cebion II lag mit einer Zeit von 26:35,15 Minuten (45,7 km/h) auf Platz vier. Wie gleichwertig die beiden württembergischen Mannschaften waren, wurde durch den Zeitabstand offensichtlich: Nur 0,5 Sekunden betrug der Rückstand auf Cebion I — dort sorgten mit Simon Nuber und Michael Schweizer von der Radunion Wangen ebenfalls zwei Oberschwaben für das Tempo.

An der Brücke — 1,5 Kilometer vor dem Ziel — forcierte Florian Scheit in der Führung nochmals und gab seinen Kameraden so den Schwung für die leichte Erhebung. Danach musste er völlig erschöpft abreißen lassen. Im Ziel erreichten sie eine Zeit von 53:07,11 Minuten (45,2 km/h) und hatten sich mit 0,7 Sekunden Vorsprung vor Cebion I (53:07,87) auf den dritten Platz geschoben. Auf die siegreiche Mannschaft aus Bayern betrug der Rückstand 25 Sekunden.

"Mit dem Zeitfahraufsatz hätte Florian sicherlich noch ein paar Führungen mehr fahren können und vielleicht hätten wir eine Chance auf Silber gehabt", sagt Bruno Hänle, der von Scheits kämpferischer Leistung beeindruckt war und die Fahrer während des Rennens über das Megaphon anfeuerte. Doch auch über die Bronzemedaille waren bei der Siegerehrung Trainer und Fahrer überglücklich.

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