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21.06.2009 Scheit setzt alles auf eine Karte und hat Erfolg
Parchim(vm): Eine Woche nach dem dritten Platz bei der Tour de Lorraine hat Florian Scheit am vergangen Sonntag seine Erfolgsserie fortgesetzt und bei den deutschen Straßenmeisterschaften in Parchim die Bronzemedaille gewonnen. Fast ebenso gut lief es für Cosima Crocoll im Rennen der Schülerinnen — sie verpasste mit Rang vier das Podest nur denkbar knapp.
Härter als Gold: Bronze
Angenehme Temperaturen um 20 Grad herrschten am vergangenen Sonntag in Parchim/Mecklenburg-Vorpommern, als die besten 120 Junioren Deutschlands in das 136 km lange Meisterschaftsrennen starteten. Gleich nach der offiziellen Rennfreigabe bei Kilometer 10 erfolgte schon die erste Attacke und eine siebenköpfige Spitzengruppe um den Wangener Michael Schweizer konnte sich mit einem zeitweisen Vorsprung von 1:30 Minuten von den restlichen Fahren absetzen. Im Feld wurde das Tempo vor allem durch das Cottbuser Team kontrolliert, der Abstand zur Spitzengruppe in einem vertretbaren Rahmen gehalten und nach einer Tempoverschärfung bei Kilometer 70 die Flüchtenden wieder aufgefahren.

Florian Scheit fuhr zunächst versteckt im Feld und sparte die Kräfte für das Finale auf. "Wir haben alles auf eine Karte gesetzt", berichtet der Biberacher Juniorenfahrer über die Attacke, die er und sein Bundesliga-Teamkollege Yannick Mayer (RSG Heilbronn) dann 30 Kilometer vor dem Ziel lancierten. Zunächst sah es nicht nach einer erfolgreichen Flucht aus: Im Feld bemühten sich wieder die Cottbuser, unter Führung des momentan BDR-Ranglistenersten und Topfavoriten Nikias Arndt, die zwei Ausreißer zu stellen und der zeitweise Vorsprung von 45 Sekunden war 10 km vor dem Ziel auf nur noch 10 Sekunden geschrumpft. "Wir hatten eigentlich schon aufgegeben", sagt Scheit, als aus dem Feld heraus sieben weitere Fahrer zu den beiden Württembergern aufschlossen. Die neunköpfige Gruppe harmonierte hervorragend, die Cottbuser hatten im Feld ihr Pulver verschossen und so wuchs der Vorsprung bis zum Ziel wieder auf über eine Minute an. Im folgenden Kopf-an-Kopf Sprint mussten sich dann Mayer (2.) und Scheit (3.) nur dem Nationalfahrer Max Stahr (VfR Büttgen) knapp geschlagen geben. Der Rennschnitt von über 43 km/h war einem Meisterschaftsrennen mehr als angemessen.

Zuvor hatte schon Cosima Crocoll für eine württembergische Top-Platzierung gesorgt. Im schnellen Rennen (37,1 km/h) der Schülerinnen U15 über 34 km fuhr sie aufmerksam in der Spitze des 54 Fahrerinnen umfassenden Feldes und erwischte die rennentscheidende Gruppe. Die sechs Schülerinnen waren sich einig und vergrößerten, durch konsequente Führungsarbeit aller Beteiligten, den Vorsprung auf über eine Minute. Im Finale fuhr die 14-jährige Biberacherin als Vierte in die Zielkurve, konnte diese Position bis zur Ziellinie halten und bei ihrer ersten DM-Teilnahme gleich eine Spitzenplatzierung erzielen. Julia Ott und Tanja Grimmeissen belegten im 39-köpfigen Feld der weiblichen Jugend die Ränge 19 und 26.

Weniger gut lief es am Samstag für die Biberacher Jugend- und Schülerfahrer. Nach 68 km kam es in dem über 100 Fahrer umfassenden Feld der Jugend zum Massensprint, bei dem durch die Welle eines Konkurrenten die meisten Württemberger zu Sturz kamen oder massiv behindert wurden. Leidtragender war auch Linus Seif: Um dem Sturz auszuweichen musste er stark abbremsen und überfuhr die Ziellinie auf Platz 35. Bei den Schülern U15 war für Eric Süßemilch und Dominik Knaus schon nach 20 Kilometern das Rennen gelaufen. Im geschlossenen Feld wurden beide in einen Sturz verwickelt, mussten vom Rad, versuchten dann wieder an das Feld heranzufahren, was aber bei dem hohen Rennschnitt von 39 km/h nicht mehr gelang. Im Ziel belegten sie die Plätze 69 (Knaus) und 70 (Süßemilch).

Zufrieden mit den Titelkämpfen zeigte sich RSC Trainer Bernhard Lingenhöle: "Wir waren mit sieben Sportlern in Parchim vertreten — das ist für uns eine DM-Rekordbeteiligung!".

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