"Das war schon ein Riesenevent", erzählte Süßemilch, der zusammen mit Leon Rohde (RSC Cottbus) und Jonas Tenbrock (RSC Bocholt) das deutsche Team bildete. Schon der Auftakt der Jugendolympiade, das Zeitfahren, stand für Süßemilch unter keinem guten Stern: wegen eines Fahrfehlers wurde er disqualifiziert. "Es war schon schade, dass es so gelaufen ist", bedauerte Süßemilch das verpatzte Rennen. Ebenfalls nicht gut lief für ihn der Vorlauf des Kriteriums: "Das Kriterium war nicht so, wie man es hier kennt. Das war eigentlich ein ganz normales Rundstreckenrennen auf einer kurzen Strecke." Mit Rang 17 verpasste er den Einzug in das A-Finale um Platz 1 bis 48, wurde im B-Finale dann 3., was Rang 51 bedeutete. Das 70 Kilometer lange Straßenrennen war der letzte Wettkampf der Olympiade und verlangte den Fahrern aus Deutschland taktisch und physisch einiges ab: "Wir mussten schauen, dass die starken Radsportnationen keinen Fahrer draußen haben, wenn wir keinen dabeihaben und wir sollten uns in der ersten Hälfte zurückhalten, dass wir Kraft sparen. Das war etwas ganz anderes als die Rennen hier, das Tempo dort ist viel schneller gewesen". Schon ab der ersten Runde habe es andauernd Ausreißversuche gegeben, mit mehr oder weniger Erfolg. "In der letzten Runde waren noch mal Welche draußen. Dann dachte ich, wenn ich das Loch wieder zufahre, ist das Rennen wieder offen und irgendjemand aus Deutschland könnte es noch für sich entscheiden". Nachdem Süßemilch die Ausreißer gestellt hatte, ließ er sich zur Regeneration im Feld zurückfallen und versuchte erst gegen Rennende, seine Position zu verbessern: "Das Vorfahren war ein großes Problem, auf den letzten fünf Kilometern gab es sechs bis sieben Stürze." Letztlich belegte Süßemilch Rang 46. Ob er in der nächsten Saison mit zu der Weltmeisterschaft fahren darf, kann er noch nicht einschätzen: "Das ist noch ein weiter Weg dahin".
Kaum daheim angekommen, stand für Süßemilch bereits der nächste Wettkampf auf dem Programm: das Rundstreckenrennen in Achkarren. Die Strecke von 30 Kilometern ist im Vergleich zur Renndistanz der Jugendolympiade relativ gering und hat nur einen kurzen Anstieg: "In der dritten Runde habe ich das erste Mal angegriffen, bin am Berg aber nicht richtig weggekommen." In der siebten Runde versuchte Süßemilch sein Glück erneut ? dieses Mal mit Erfolg: "Ich habe mich zurückfallen lassen und dann auf eine Situation gewartet, wo das Tempo runtergeht, das Feld langsamer wird und ich hart antreten kann". Den so gewonnenen Vorsprung baute er weiter aus und siegte überlegen. Für einen weiteren Sieg an diesem Tag sorgte
Laura Süßemilch bei den
U15-Schülerinnen. Bereits zu Anfang setzte sich Süßemilch mit einer dreiköpfigen Spitzengruppe ab, "wir waren schon zügig unterwegs". Fünf Mal war der Anstieg zu bewältigen, am Ende fiel die Sprintentscheidung zu Gunsten von
Laura Süßemilch aus. Für Trainer
Bernhard Lingenhöle erfreuliche Ergebnisse: "Beide Süßemilchs haben gewonnen, das zeigt, wie stark die beiden sind. Laura gehört einfach zur deutschen Spitze".