Dort erwartet ihn ein anderes Terrain als bei der bergigen ASVÖ-Rundfahrt: die Meisterschaft der U17-Klasse wird auf einer flachen Strecke als Vierer-Mannschaftszeitfahren ausgetragen, die Mannschaft setzt sich aus den Fahrern des Württembergischen Radsportverbandes zusammen. Eine schnelle Regeneration, saubere Technik und Tempohärte sind dabei besonders wichtig: "Du musst immer an deine Grenze gehen und dich im Windschatten wieder schnell erholen". Ein Handicap für den Württembergischen Vierer sei, dass zwei Fahrer nicht an den Start gehen können: "Dadurch sinken unsere Medaillenchancen erheblich".
Als gutes Omen könnte man den Verlauf der Deutschen Meisterschaft im vorigen Jahr werten: die württembergische U17-Mannschaft gewann &mdash allerdings in anderer Zusammensetzung &mdash die Bronzemedaille. Ein Teil dieser Mannschaft war
Linus Seif, der dieses Jahr in der
Juniorenklasse im Einzelzeitfahren über die verhältnismäßig lange Distanz von 25 Kilometern startet: "Ich finde das gut. Ich bin eigentlich nicht der, der sich auf 10 Kilometern voll verausgabt. Wenn es länger geht, kann ich meine Kraft besser verteilen." Auf seine erste Deutsche Einzel-Zeitfahrmeisterschaft hat sich Seif speziell vorbereitet, da sich Zeitfahren von normalen Wettkämpfen unterscheidet: "Man liegt eher auf dem Rad, die Überhöhung von Sattel und Lenker ist größer. Es muss nicht bequem sein, sondern aerodynamisch". Nicht nur die Sitzposition, sondern auch seine Trainingsinhalte passte Seif der anderen Disziplin an: "Das Auto-Training war schon ziemlich überwiegend, man fährt längere schnelle Einheiten und versucht, eine möglichst hohe Trittfrequenz bei hoher Leistung zu fahren". Unter anderem wegen Mangel an Vergleichen kann Seif keine Prognose für das Ergebnis stellen: "Das kann ich ganz schlecht sagen. Momentan müsste mir Zeitfahren aber liegen."
Im Rahmen der Zeitfahrmeisterschaft findet auch ein Paarzeitfahren der
U15-Schülerinnen statt, dessen Besetzung auf nationalem Niveau ist. Für den RSC Biberach werden
Laura Süßemilch und
Isabell Seif antreten. Ganz so speziell wie
Linus Seif haben sich die beiden nicht darauf vorbereitet: "Wir haben es halt ein paar Mal geübt, wie wir es im Rennen machen werden", so Süßemilch. Ziel der beiden ist eine Platzierung unter den ersten Fünf, Seif blickt dem Wettkampf motiviert entgegen: "Ich finde, Genthin ist eines der besten Rennen im Jahr. Ich persönlich freue mich da am meisten drauf, da Zeitfahren eher meine Disziplin ist."